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Applaus, Applaus, für eure Werke! Lossprechung für Teilnehmer des HpH-Berufsbildungsbereichs

29.02.2016

Insgesamt 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Berufsbildungsbereichs der Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück wurden jüngst bei ihrer Lossprechung ins Arbeitsleben entlassen. Mit den Inhaltsschwerpunkten „Berufliche Bildung“ und „Persönliche Bildung“ wurden die jungen Menschen in einer 27-monatigen Ausbildung auf ihr bevorstehendes Berufsleben vorbereitet.

„Bildung ist wichtig, damit ich selber entscheiden kann.“ Diese Erkenntnis war eine der einprägsamsten Antworten, die die jungen Absolventen an Hartmut Baar gegeben hatten, als er von ihnen wissen wollte, warum Bildung eigentlich wichtig sei.

Baar, der als Bereichsleiter Berufliche Rehabilitation seine Gäste im Hause der Bersenbrücker Gemeinnützigen Werkstätten begrüßen konnte, machte eindrucksvoll deutlich, dass es auch oder gerade für Menschen mit Handycap tatsächlich sehr wichtig sei, sich in der Berufswahl orientieren und zurechtfinden zu können. Heute biete nicht nur die Werkstatt mit ihren vielfältigen Arbeitsangeboten von der Küche über den EDV-Arbeitsplatz bis hin zu den klassischen handwerklich orientierten Berufsbildern wie Tischlerei oder Metallwerkstatt eine Reihe von auszuwählenden Berufsbildern. Darüber hinaus stünden auch Aussenarbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt oder eben dieser freie Arbeitsmarkt selber als Alternative für den beruflichen Werdegang der Absolventen bereit.

Dass es sich bei den Inhalten der etwa zweieinhalbjährigen Ausbildung zudem nicht nur um rein berufliche Tätigkeiten, sondern auch um persönliche Bildungsschwerpunkte handelte, darüber konnten sich die Besucher der Veranstaltung in Form einer Fotowand Präsentation informieren. Neben praktischen Ausbildungsinhalten wie Gartenarbeiten beim Fursten Forest in Fürstenau oder Tätigkeiten im hauswirtschaftlichen Bereich in den Zentral- und Verteilerküchen der HpH, konnten auch außerbetriebliche Aktivitäten wie beispielsweise der Besuch der Bersenbrücker Polizeistation nachverfolgt werden.

Bevor es zur Verteilung der Urkunden an die Absolventen ging, kam Norbert Böhmer, Konrektor der Berufsbildenden Schulen Bersenbrück, zu Wort. Anstatt einer trockenen Ansprache am Rednerpult bevorzugte er allerdings, eine Gitarre mit nach vorne zu nehmen und brachte mit dem Song „Applaus, Applaus“ der Sportfreunde Stiller eine etwas angepasste Version dieses aktuellen Songs an den Tag. „Ich hatte mir überlegt, dass ich meine Ansprache an euch, liebe ehemaligen Schülerinnen und Schüler unserer Bildungseinrichtung, eher in musikalischer Art und Weise vortragen möchte.“

Eine Aktion, die bei allen gut ankam und sichtlich für gute, aber auch nachdenkliche Stimmung sorgte. Insgesamt 12 der 17 Absolventen waren der Einladung zur Lossprechungsfeier gemeinsam mit ihren Angehörigen gefolgt und konnten, jeweils nach individueller Laudatio von Petra Herres als Leiterin des Berufsbildungsbereichs, ihr Zeugnis sowie ein persönliches Geschenk entgegennehmen. Abschließend regte Bereichsleiter Hartmut Baar mit Worten von Oskar Wilde zum Nachdenken an: „Bildung ist etwas Wunderbares. Doch man sollte sich von Zeit zu Zeit daran erinnern, dass wirklich Wissenswertes nicht gelehrt werden kann.“ Eine also schwierige, wenngleich wichtige Aufgabe, die die Fachkräfte und Bildungsbegleiter in den vergangenen 27 Monaten an ihre Bildungsteilnehmer vollbracht haben. Möge sie Früchte tragen und in Zeiten von mangelndem Fachkräftenachwuchs auch Menschen mit Behinderung sinnvolle berufliche Tätigkeiten bringen.