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“Das beste Angebot für mehr Teilhabe“ Landtagsabgeordnete der FDP besuchten Paul-Moor-Schule

26.05.2015

Die FDP-Landtagsabgeordnete Gabriela König und der schulpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Björn Försterling statteten der Paul-Moor-Schule einen Besuch ab, um sich nach erfolgter Schulreform über beispielhafte Teilhabe-Modelle zu informieren.

Im Beisein von (v.l.) Dr. Axel Kreutzer, Ralf Brehme, Guido Uhl und Björn Försterling überreichte Schüler Naweed Anwar-Doschke (m.) Gabriela König eine Dokumentation des erfolgreichen Porsche-Diesel Trecker-Projektes.

Die beiden Landtagsabgeordneten waren im Sommer 2013 auf die Paul-Moor-Schule aufmerksam geworden: Zum ersten Mal war im Rahmen des Projektes „Landtag-online“ eine inklusive Schülerredaktion aktiv. Gabriela König engagierte sich als Patin für die Schüler der Paul-Moor-Schule und des benachbarten Gymnasiums. „Die gute Stimmung in der Schülergruppe, die sich sehr selbstbewusst und aktiv im Landtag bewegten, hat mich sehr beeindruckt“, betonte die Landtagsabgeordnete während ihres Besuchs in Bersenbrück.

Hier konnten Geschäftsführer Guido Uhl und Leiter der Paul-Moor-Schule, Dr. Axel Kreutzer, die Einrichtung als Schnittstelle im großen Gefüge der Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen im Nordkreis Osnabrück darstellen. Die in der UN-Konvention geforderte Teilhabe sei eine Generationsaufgabe, deren Umsetzung sich in vielen Änderungen der Förderung niederschlage, betonte Uhl. Die einst ,,beschützenden“ Werkstätten hätten sich längst geöffnet, Netzwerke seien entstanden. Menschen mit Beeinträchtigungen bewegten vom Rand der Gesellschaft in deren Mitte. Dies geschehe beispielsweise, wenn der Berufsschulunterricht für HpH-Teilnehmer nicht mehr in der Werkstatt stattfinde, sondern ,,unsere Beschäftigten mit allen Berufsschülern zusammen im gleichen Gebäude unterrichtet werden“, betonte Guido Uhl.

„Für unsere Schülerinnen und Schüler ist es wichtig, dass es am Ende der Schulzeit alternative Berufsmöglichkeiten gibt. In Kooperation mit den berufsbildenden Schulen Bersenbrück eröffnen sich durch die Berufswege-Konferenzen verschiedene Möglichkeiten, “ergänzte Dr. Axel Kreutzer. Zahlreiche Kooperationen von Grund- über Regelschulen bis hin zu Gymnasialzweigen könnten böten wechselseitig ein hohes Potential an wertvollen, prägenden Erfahrungen. Insgesamt unterhält die Paul-Moor-Schule Bersenbrück Kontakt zu 15 Partnerschulen im nördlichen Landkreis Osnabrück.

Die intensive Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen Bersenbrück (BBS) lobte deren stellvertretender Schulleiter Norbert Böhmer. Er ist sich sicher, dass ,,durch räumliche Nähe ein Umgang miteinander selbstverständlicher wird“ und betont: ,,Die Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungsbereich der Bersenbrücker Gemeinnützigen Werkstätten und der Paul-Moor-Schule der HpH funktioniert gut.“

König und Försterling sehen nach wie vor Probleme in der Umsetzung von Inklusion. Sie möchten sie nicht nur auf den Bildungsbereich beschränkt wissen. Deshalb seien Begegnungen- auch mit Politikern- ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur verbesserten Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen: „Um ein möglichst eigenverantwortliches Leben führen zu können, muss es in vielen Bereichen flexible Lösungen geben, auch in der Wirtschaft“, betonte König.

Beide Abgeordnete zeigten sich begeistert von den Kooperationen mit über 20 Partnerschulen und Vereinen, die den Schülerinnen und Schüler der Paul-Moor-Schule vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bieten. „Das beste Angebot für mehr Teilhabe für jeden einzelnen Schüler wird in der Paul-Moor-Schule überzeugend praktiziert. Der Standort mitten im Zentrum von Bersenbrück ist toll, aber längst nicht immer selbstverständlich, “ resümierte Björn Försterling. Zusammen mit Gabriela König bedankten er sich herzlich für die Einladung zur Aufführung des inklusiven Musicals „Grand Hotel Vegas“, bei dem am 11. September 2015, 160 Menschen mit und ohne Handicaps gemeinsam auf der Bühne der Artland Arena stehen werden.


Text und Foto: Maren Friedrich