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Erfolgreiche Evaluation des Autismus-Therapie-Zentrums (ATZ) der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück

19.05.2016

12 Autismus-Therapieeinrichtungen in NRW, Niedersachsen und Bremen haben sich zusammengetan, um eine externe Evaluation durchführen zu lassen.

Es ging ihnen darum herauszufinden, wie die Menschen, für die sie arbeiten, die Prozesse und Wirkungen der vielfältigen Aktivitäten einschätzen.

Auch das ATZ Bersenbrück/Diepholz der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück war Auftraggeber und ist überaus erfreut über die Ergebnisse.

Mit der Untersuchung wurde die Arbeitsgruppe Qualitätsentwicklung/Evaluation um Herrn Professor Dr. Wolfgang Böttcher vom Institut für Erziehungswissenschaft der WWU Münster beauftragt. Das Evaluationsteam hat die Angebote der Therapieeinrichtungen unter die Lupe genommen und dann gemeinsam mit den Auftraggeberinnen Befragungsinstrumente entwickelt.

Befragt wurde Eltern, Betreuer und – wenn es möglich war – auch die Klienten selbst. Auch einige Kostenträger waren in die Erstellung der Instrumente eingebunden. Die Untersuchung selbst wurde von Mai bis Juli 2015 durchgeführt. Die Einrichtungen haben insgesamt 1785 Fragebögen an die Befragten versandt, von denen 966 von den Befragten ausgefüllt und anonym direkt an das Evaluationsteam zurückgeschickt wurden. Die Rücklaufquote beträgt somit etwa 54% und liegt damit deutlich über der ähnlicher Untersuchungen.

In den Räumen des DRK-Kreisverbandes Münster wurde den Kostenträgern und den MitarbeiterInnen der ATZ die Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt. Es war sehr differenziert nach der Zufriedenheit mit der Hilfe und deren kurzfristigen und nachhaltigen Auswirkungen gefragt worden. Die Ergebnisse waren in allen Bereichen überaus positiv. So wurde von den Befragten für eine überwältigende Mehrheit der Klienten festgestellt, dass sie im Kontakt mit Anderen und mit sich selbst besser klarkämen, dass sie verlässliche Wege der Kommunikation entwickelt hätten, sich selbst besser steuern und sich allgemein im Alltag mit anderen Menschen besser zurechtfinden könnten. All dies sind Bereiche, die den Kern der autistischen Problematik darstellen. Zur Relevanz der Untersuchungsergebnisse ging Prof. Böttcher auf die aktuell allgegenwärtige Forderung nach Evidenzbasierung ein: diese sei das Bemühen um möglichst viele und starke Indizien für die Wirksamkeit einer Intervention – also „evidenz“ in der korrekten Übersetzung aus dem Englischen. Die hier vorgelegte Untersuchung mit einer so hohen Anzahl von Befragten, einem Untersuchungsdesign, welches Manipulationsmöglichkeiten minimiere und derart eindeutigen Ergebnissen bedeute eine starke Evidenz.

Als Anregung für die Zukunft wurde die weitere Intensivierung von Kontakten zu Ärzten und auch zu gesellschaftlichen Einrichtungen (KiTas, Schulen, Vereine etc.) empfohlen. Ziel ist auch weiterhin die Verbesserung des dortigen Wissens über Autismus und der Kapazitätsausbau der Einrichtungen zur Verringerung von Wartezeiten. Zudem sei es wichtig, zu analysieren, was bislang richtig gemacht wird, um darauf basierend die bestehende Arbeitsqualität auch zukünftig zu sichern.

Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück,

Autismus-Therapie-Zentrum

Bärbel Thierau, Einrichtungsleitung

Tel: 05439 / 9469-0,

Email: therapiezentrum@hph-bsb.de