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Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra, besucht HpH-Einrichtungen

29.09.2015

Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück wird Leuchtturmprojekt

Einblicke in eine Pädagogik mit Weitblick und eine Vielfalt mit flächendeckendem Tiefgang erhielt die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra, während ihres Besuches bei der HpH.

Unter dem Motto „Perspektiven durch Inklusion“ hatte sie ihr Kommen angekündigt. Der Geschäftsführer der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück (HpH), Guido Uhl, die Pädagogische Sprecherin der HpH, Hildegard Südkamp, Bereichsleiterin Gabriele Markus und die Leiterin des Kinderzentrums Bersenbrück, Simone Krauel-Rohe, begrüßten die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen im Kinderzentrum Bersenbrück. Als zwei von fünf „Leuchtturmprojekte“ in Niedersachsen hatte die Landesbeauftragte unser Kinderzentrum Bersenbrück und unsere Paul-Moor-Schule Bersenbrück ausgewählt.

Zukunftsweisende, frühkindliche Pädagogik werde im Kinderzentrum Bersenbrück ebenso praktiziert wie eine wegweisende Inklusion, lobte Petra Wontorra. In welcher Weise dies in allen unseren Einrichtungen geschieht, erfuhr sie vor einem informellen Rundgang durch die Lernwerkstätten des Kinderzentrums Bersenbrück. „Inklusion ist eine Generationsaufgabe“, betonte HpH-Geschäftsführer Guido Uhl: „Die Kinder, die dieses Kinderzentrum besuchen, werden später wahrscheinlich keine Sondereinrichtungen für sich beanspruchen wollen“. Dem sei Rechnung zu tragen. Gesamtgesellschaftlich müsse sich die Haltung gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen weiter verändern. „Es genügt eben nicht, die Bürgersteige abzusenken“, gab Uhl zu bedenken. Vielmehr gelte es, die Individualität jedes Einzelnen zu achten und bestmöglich zu fördern. Dies geschehe in den Einrichtungen der HpH beispielhaft.

Genau aus diesem Grund habe sie die Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück auch als Niedersächsisches Leuchtturmprojekt ausgewählt, betonte Petra Wontorra. Hier fände der Haltungswechsel vor strukturellem Denken statt, erläuterte die Pädagogische Sprecherin, Hildegard Südkamp. Die Gesamtpersönlichkeit der Kinder bilde den Ausgangspunkt für jede Förderung. „Wir orientieren uns an den Stärken der Kinder und bilden sie in unseren Lernwerkstätten bestmöglich aus“, stellte Simone Krauel-Rohe vor. Davon konnte sich die Landesbeauftragte für Menschen mit Beeinträchtigungen während eines Rundganges durch das Kinderzentrum überzeugen. In der Wortwerkstatt sprach sie mit den kleinen Sprachkünstlern. In der Kreativwerkstatt staunte sie über die künstlerischen Fähigkeiten der Drei- bis Sechsjährigen und im Bewegungszentrum, wie auch an allen anderen Stationen, beeindruckte sie das selbstverständliche Miteinander von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen. Darüber hinaus würdigte sie die vielfältigen Fördermöglichkeiten die umfangreiche Entwicklungsmöglichkeiten zeitigten: „Hier wird Inklusion wirklich gelebt“, konstatierte Petra Wontorra noch bevor sie sich ihrer letzten Station, dem Raum der Sinne, widmete. Ziel ihrer Reise sei es zu erfahren, wie Inklusion erfolgreich gelingen kann und welche Chancen sich dadurch für Menschen mit Behinderungen eröffnen, hatte die Landesbeauftragte im Vorfeld ihres Kommens verlauten lassen.

Im Anschluss an den Besuch des Kinderzentrums informierte sich Petra Wontorra in der Paul-Moor-Schule Bersenbrück über gelingende Inklusion in der Schule. „Jede Schülerin und jeder Schüler wird hier als einzigartiger, zu respektierender und wertzuschätzender Mensch mit Würde und Begabung betrachtet und mit einem Recht auf Verständnis und Bildung ausgestattet“, lobte die einflussreiche Besucherin aus Hannover.

 

Text und Bilder: Christine Saemann