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Radiotipp: Evangelische Kirche im NDR sendet die Reihe „Von kleinen Wundern im großen Alltag“

12.08.2015

Claus A. Mohr (Religionswissenschaftler) sitzt im Rollstuhl, die Buchbinderin Cornelia Glindkamp (Beschäftigte in der HpH-Reha Werkstatt Bramsche) lebt mit einem seelischen Handicap. In der Sendung „Himmel und Erde“ berichten die beiden Andachts-Autoren vom 24. bis 28. August 2015 aus ihrem Leben.

Behindert und sendungsbewusst: Bei einer öffentlichen Ausschreibung vor zwei Jahren wurden Menschen mit Behinderungen gesucht, die eine Woche lang die Morgenandachten gestalten wollten. Die Redaktion der Evangelischen Kirche im NDR wählte unsere Mitarbeiterin Cornelia Glindkamp (Reha-Werkstatt Bramsche, Buchbinderei) und Claus Mohr (Hannover) aus den Bewerbungen aus - sie berichten aus ihrem Alltag und blicken auf die Gesellschaft aus Sicht von Menschen mit Behinderungen.

Cornelia Glindkamp lebt in Bramsche. Sie ist 44, verheiratet und arbeitet seit 15 Jahren in einer Reha-Werkstatt der "Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück", einer ökumenischen Einrichtung von Diakonie und Caritas. Dort arbeitet sie in einer Handbuchbinderei und fertigt Bücher aller Art, Fotoalben, Schachteln und vieles mehr. Sie ist psychisch behindert und davon überzeugt, dass diese Werkstatt ihr vor 14 Jahren das Leben gerettet hat. Ihr Leben damals und heute sei so unterschiedlich "wie Tag und Nacht". Neben ihrer handwerklichen Arbeit ist Frau Glindkamp für alle Textarbeiten in der Werkstatt als ehrenamtliche Redakteurin zuständig, sie schreibt u.a. für zwei Werkstatt- und Verbandszeitschriften. Sie singt im Gospelchor und liest in Gottesdiensten Gebete und andere Texte.

Claus Mohr wohnt im Servicehaus Gisela-Richter (Pestalozzi-Stiftung) in Hannover. Er ist 37 Jahre alt. Herr Mohr ist spastisch gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Nach dem Besuch einer der ersten Integrationsklassen in Schleswig Holstein und erfolgreicher Abiturprüfung sowie einer kaufmännischen Lehre in Hannover hat er Politologie und Religionswissenschaften studiert und mit einem M.A. abgeschlossen. Er ist politisch aktiv und bekleidet mehrere Ämter sowohl in der Partei als auch in anderen kommunalen Gremien. Er ist in der Selbsthilfe aktiv, berät den Öffentlichen Personennahverkehr aus Sicht behinderter Verkehrsteilnehmer. Darüber hinaus ist Claus Mohr ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Lüneburg und Sprecher der Mieter im Servicehaus.

In der Ausschreibung wurden interessierte Autorinnen und Autoren gebeten, über ihre Glaubenserfahrungen zu schreiben. Das „Wort zum Alltag“ im Radio, das meist von Pastorinnen und Pastoren gesprochen wird, sollte in einer Sendewoche von Menschen gesprochen werden, die wissen, was es bedeutet, eine barrierefreie Wohnung zu bewohnen, einen Partner fürs behinderte Leben zu finden oder mit Einschränkungen zu leben. Das beginnt bei einem speziellen Arbeitsplatz und reicht bis zum permanenten Angewiesensein auf fremde Hilfe bei den „simpelsten“ Tätigkeiten wie Ankleiden und Essen, Einkaufen und Reisen. Ist die „Warum-Frage“ der einzige Weg, mit Gott in Beziehung zu treten? Welche Werte sind wichtig, wenn körperliche Unversehrtheit, Mobilität und Leistungsfähigkeit keinen Halt bieten? Kann ein Mensch mit einer Behinderung vielleicht sogar Nicht-Behinderten helfen, die Welt mit anderen Augen zu sehen?

 

Himmel und Erde Montag bis Freitag, 9.15 Uhr (NDR 1 Niedersachsen) 24. bis 28. August 2015: Von kleinen Wundern im großen Alltag Von: Cornelia Glindkamp, Bramsche, und Claus A. Mohr, Hannover Cornelia Glindkamp und Claus A. Mohr erzählen von kleinen Wundern im großen Alltag an der Nachtbushaltestelle und im Klassenzimmer.

Text und Bild: Evangelische Kirche im NDR