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Welche Aufgaben übernehmen Blindenführhunde?

15.05.2017

Paul-Moor-Schule und Grundschule Bersenbrück lernen Heribert Balks mit Blindenführhund „Tessa“ kennen

Der Fachbereich „Sehförderung“ in der Paul-Moor-Schule unter der Leitung von Maren Friedrich und Doris Gottfreund, die selber sehbehindert ist, hat in der vergangenen Zeit mehrfach Aktivitäten zum Thema „Sehen“ im Rahmen der Kooperation der Klasse U1 mit der Grundschule Bersenbrück durchgeführt und so die Schülerinnen und Schüler gut auf diesen Tag vorbereitet. Entstanden ist der Termin mit Heribert Balks durch die guten Kontakte zum Blindenverband Osnabrück.

Der ehrenamtliche Mitarbeiter des Verbandes machte sich zusammen mit „Tessa“ auf den Weg nach Bersenbrück, um den Schülerinnen und Schülern den Blindenführhund als Hilfsmittel und Mobilitätshilfe vorzustellen. Heribert Balks bringt viel Erfahrung im Umgang mit Kindern mit, da er in den vergangenen Jahren häufig in Schulen zu Gast war.

Er wirbt mit seinen Vorträgen für ein besseres Verständnis beeinträchtigter, in seinem Falle blinder oder sehbehinderter Menschen. Es ist ihm ein großes Anliegen, möglichst früh, am besten bereits Personen im Kindesalter, entsprechende Informationen zu vermitteln. Er möchte Barrieren abbauen und für ein gutes Miteinander behinderter und nichtbehinderter Menschen sorgen.

Den wissbegierigen Schülerinnen und Schülern der Paul-Moor-Schule sowie der Grundschule fiel es nicht schwer, aufmerksam zuzuhören und Fragen zu stellen. Dabei erfuhr es so einiges:

Unserer wichtigstes Sinnesorgan sind unsere Augen. Der Sehsinn macht über 80 % unserer bewussten Sinneseindrücke aus. Damit blinde oder sehbehinderte Menschen ihren Alltag in Schule, Beruf oder privat bei Freizeit oder Sport bewältigen können und um sich ihre Selbständigkeit zu bewahren, sind sie auf spezielle Hilfsmittel angewiesen. Das gilt unter anderem auch für die Fortbewegung im Straßenverkehr. Und hier kommt Tessa ins Spiel.

Für die Ausbildung zum Führhund eignen sich nur absolut friedfertige, menschenfreundliche, intelligente und neugierige Hunde. Für die Dauer der Ausbildung rechnet man mit 6 bis 9 Monaten. Durch den enormen Aufwand und den Umfang dessen, was der Hund zu lernen hat, nämlich Kommandos, Hörzeichen und äußerste Konzentration, ergibt sich ein sehr hoher Preis für die Anschaffung. Nach Abschluss seiner Ausbildung lernt der Führhund weiter im täglichen Training, aber auch in Nachschulungen.

Durch den Vierbeiner erhält der blinde oder sehbehinderte Mensch nicht nur ein großes Stück Selbständigkeit zurück, er wirkt sich durch seine Gegenwart auch äußerst positiv auf die seelische und körperliche Verfassung seines Halters aus.

Nach einer äußert informativen Stunde wurde es für die Kinder der Kooperationsgruppe aber dann auch dringend Zeit für Kuscheleinheiten mit Tessa, die alle sichtlich genossen. 

Text und Bild: Tina Abel