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Ganz fix Feuer gemacht

Feuerzeugs - Holzfeuer Produkte

Unsere Holzfeuer-Produkte werden aus heimischen Wäldern und Produktionsresten gewonnen und sind somit CO2-neutral. Sie eignen sich hervorragend zum Entfachen von Holzkohlegrills, Kaminen, Öfen und Kachelöfen sowie Feuerstellen und Lagerfeuer.

Als besonderen Service liefern wir auf Wunsch auch die von Ihnen bestellte Menge unserer Feuerzeugs-Produkte an und lagern Ihnen das Brennholz gegen Aufpreis entsprechend ein.

Sprechen Sie uns gerne an!

Mehr Informationen zu unseren Feuerzeugs-Produkten finden Sie hier:
www.osnabruecker-landpartie.de

Ökologische Schnelltrocknung von Brennholz

Gemeinsame Sache: Zwischen den Verantwortlichen der Landenergie Druchhorn GmbH und der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück wurde das Trocknen von Brennholz aus ökologischer Abwärme einer Biogasanlage vereinbart.
Günter Schulte (links), der als zuständige Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung für die Eigenproduktserie „Feuerzeugs“ zuständig ist, lässt sich die Technik der Anlage von Georg und Uwe Thumann sowie Johannes Dettmaring erläutern.
Georg Thumann (links) sowie Johannes Dettmaring (rechts) präsentieren das Herzstück ihrer gemeinsamen Biogasanlage. Ein 365 KW-Generator, der den entstehenden Biotreibstoff in elektrische und thermische Energie verwandelt.
Georg Thumann erläutert die Funktionsweise am PC, während Johannes Dettmaring ihm interessiert über die Schulter schaut.
Reichlich Brennholz bearbeiten die Mitarbeiter der Bersenbrücker Gemeinnützigen Werkstätten für ihre Kunden. Dieses wird in der Trocknungsanlage der Landenergie Druchhorn GmbH einer ökologischen Schnelltrocknung unterzogen.
Dort wo früher Maissilage für die Rinder und Kühe gelagert wurde, steht nun Material für den Fermenter der Biogasanlage bereit. Derzeit warten die großen Boxen auf neue Silage, die bei der im Herbst bevorstehenden Maisernte entstehen wird.

Sozialraumorientierte Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung bei der Druchhorner „Landenergie GmbH“

Das Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG) hat mit seiner seit 2004 gültigen Novelle eine Veränderung auch in unserer landwirtschaftlich geprägten Region mit sich gebracht. Auch im Osnabrücker Nordland steht mittlerweile in jeder Gemeinde mindestens eine Biogasanlage, die der Fachmann als „NaWaRo-Anlagen“ bezeichnet. Anlagen, die aus Nachwachsenden Rohstoffen elektrischen Strom und thermische Energie erzeugen. Strom, der sich bequem ins dezentrale Stromnetz einspeisen und Wärmeenergie, die sich in den Wintermonaten gut für das Beheizen von umliegenden Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Gebäuden nutzen lässt.

Doch was ist im Sommer, wenn die überschüssige Wärme über Kühlanlagen in die freie Luft abgeblasen werden muss, da kein Wärmebedarf in den Stallungen und Wohnungen besteht? Dann können mit Hilfe dieser Wärmeenergie andere thermische Prozesse angestoßen werden. So wie in Druchhorn, wo sich die beiden landwirtschaftlichen Betriebe der Familien Dettmaring und Thumann zusammengeschlossen haben und mit ihrer gemeinsamen NaWaRo-Anlage nun auch eine andere Dienstleistung anbieten. Mit ihrer auf dem insgesamt etwa einen Hektar großen Gesamtgelände neu installierten Trocknungsanlage lässt sich nun frisches Schnittholz in nur wenigen Tagen zu trockenem Brennholz umwandeln. Ein Prozess, der bei herkömmlicher Ablagerung mit natürlicher Trocknung nicht selten bis zu drei Jahren dauert.

HpH-Mitarbeiter Günter Schulte nutzt nun mit seinem Mitarbeiterteam dieses Dienstleistungsangebot. Als Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung in den Werkstätten der Heilpädagogischen Hilfe in Bersenbrück ist er als ausgebildeter Landwirt auch für den Arbeitsbereich „Feuerzeugs“ zuständig. Unter diesem zugegebenermaßen etwas kurios klingenden Werbenamen verbirgt sich eine Produktpalette, die vom Kamin- und Grillanzünder über eine Anzündhilfe bis hin zum Brennholz aus verschiedenen Eigenprodukten der Bersenbrücker Werkstatt zusammensetzt ist. Die für diese Produktserie anfallenden Arbeiten seien dabei laut Schulte derart Vielfältig, dass vom leistungsstarken Beschäftigten bis hin zum Menschen mit hohem Förderbedarf für jeden die passende Arbeit dabei sei. Filegrane und wiederkehrende Arbeiten seien eher im Bereich der Anzünder zu finden, während die Aufarbeitung des Brennholzes eher etwas für die kräftigen Kolleginnen und Kollegen sei. Oftmals würden diese Arbeiten von den Mitarbeitern aus dem Bereich Gartenbau ausgeführt, wenn durch Regen oder Winter die Arbeit im Freien witterungsbedingt ausfalle. „Die Nachfrage nach Brennholz ist in den letzten Jahren auf einen jährlichen Bedarf von über 300 Schüttraummetern gestiegen, so dass wir mittlerweile nicht mehr über genügend Lagerfläche verfügen, mit der wir das aus den umliegenden Wäldern erworbene Holz eigenständig trocknen können“, berichtet der Arbeitspädagoge. Gerade diesbezüglich käme die neue Trocknungsanlage in Druchhorn wie gerufen. Insgesamt komme laut Schulte in diesem Arbeitsbereich mittlerweile eine Arbeitsmenge zusammen, aus der sich 20 durchgehende Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung in der Werkstatt organisieren ließen.

Oliver Fischgrabe, der als Beschäftigter der HpH-Werkstätten in Bersenbrück vor einigen Jahren einen Motorsägekettenschein beim Bundesverband DEULA in Freren absolviert hat, freut sich über diese Entwicklung. Durch den Bedarf an Schnittholz könne er seine besonders erworbenen Kenntnisse unter Beweis stellen und verfüge über einen Arbeitsplatz, der in einer Werkstatt für Menschen mit Handicap eher außergewöhnlich sei. Ebenso besonders sei für die HpH-Mitarbeiter der persönliche Kontakt zu den Endkunden, die sich das fertige Brennholz nicht nur vor die Haustür kippen, sondern direkt im Garten oder Keller einlagern ließen, so Fischgrabe weiter.

Georg Thumann und Johannes Dettmaring blicken während der Erklärungen von Günter Schulte und Oliver Fischgrabe über deren Eigenprodukte zufrieden auf den Steuerbildschirm in der Leitzentrale ihres 365 Kilowatt starken Kraftwerks. Sie erläutern die verschiedenen Materialien, die regelmäßig als Rohstoff in den insgesamt 3000 Kubikmeter fassenden Fermenter eingespeist werden: Rund dreizehn Tonnen Maissilage werden dem System tagtäglich mit drei Tonnen Rindermist und acht Kubikmeter Schweinegülle vermischt als Biomasse zugeführt. „Alles was hier reinkommt, kommt aus einem maximalem Radius von vier Kilometern zu unserer Anlage“, berichtet Johannes Dettmaring zufrieden. Während die Gülle aus den eigenen Betrieben stammt, wird Rindermist aus dem zwei Kilometer entfernten Loxten verarbeitet. Auch der Mais kommt vorrangig aus eigener Bewirtschaftung und somit aus der unmittelbaren Umgebung der Biogasanlage.

Aus den vorgehend beschriebenen Rohstoffen entsteht dann ein Biogas, welches in einem Generator fortlaufend zu Strom für mehr als 500 Vierpersonenhaushalte und nebenbei zu thermischer Energie umgeformt wird. Anschließend werden die dabei entstehenden Reststoffe in einen 4.200 Kubikmeter großes Garrestlager übertragen, welche dann zu vorgegebenen Jahreszeiten wiederum als Biodünger auf den umliegenden Feldern ausgetragen wird. Mit diesem Beispiel sei aus Sicht der beiden Landwirte das Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG) nicht nur aus öko-biologischer Betrachtung her sinnvoll. Mit ihrem Unternehmenskonzept fördern Sie zudem die sozialraumorientierte Gestaltung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung. Eine Neuausrichtung, die dem derzeitigen Inklusionsbestreben entgegenkommt, welches aus der UN-Behindertenrechtskonvention stammt.

 

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Begriffserläuterungen:

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz EEG, offiziell als „Deutsches Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien“ bezeichnet) regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und garantiert deren Erzeugern feste Einspeisevergütungen. In Bezug auf den Ausbau der erneuerbaren Energien hat sich EEG gemäß dem EEG-Erfahrungsbericht für den deutschen Bundestag als „ausgesprochen erfolgreich“ erwiesen.

Die UN-Behindertenrechtskonvention (Convention on the Rights of Persons with Disabilities – CRPD) ist ein weltweites Übereinkommen, welches am 13. Dezember 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde und nach der Ratifizierung der Bundesrepublik Deutschland im März 2009 zu geltendem Recht in der BRD umgewandelt wurde. Die UN-Behindertenrechtskonvention beinhaltet – neben der Bekräftigung allgemeiner Menschenrechte auch für Menschen mit Behinderung – eine Vielzahl spezieller, auf die Lebenssituation behinderter Menschen abgestimmte Regelungen.

Ziel der Sozialraumorientierung in der Sozialen Arbeit ist die Gestaltung von Lebensräumen, mit denen hilfebedürftige Menschen in ihrem gewohnten, meist herkunftsnahem Umfeld wohnen, leben und arbeiten können. Aufgabe der Sozialen Arbeit ist es dabei, Unterstützungsnetzwerke für die ambulante Unterstützung hilfebedürftiger Personen aufzubauen. Mit dem überall in den Kommunen verfolgten Programm „ambulant vor stationär“ hat dieser Ansatz auch die Behindertenhilfe erreicht.