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Interview: Nicole über ihre Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin im Quereinstieg

Die beruflichen Wege in die Heilerziehungspflege sind sehr vielfältig. Nicole ist über einen Quereinstieg zur Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück gekommen.

HPH: Nicole, herzlichen Glückwunsch zu deinem Abschluss Ausbildung Heilerziehungspflege bei dem PWB Bremen. Wie bist du dazu gekommen?

Nicole: Ich habe 2018 bei der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück angefangen. Damals habe ich zum ersten Mal mit Menschen mit Beeinträchtigung gearbeitet. Das hat mir sofort gefallen. Ich habe schnell gemerkt: Heilerziehungspflegerin - das ist mein Beruf.

HPH: Du hast ja nicht direkt die Ausbildung gemacht, oder?

Nicole: Genau ich bin Quereinsteigerin. Ich habe zuerst als Helferin gearbeitet und viele Bereiche ausprobiert. Das hat neben der Familie beruflich zu der Zeit am besten gepasst. Aber mir war klar: Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen und fachlich arbeiten. Deshalb habe ich mich für die Ausbildung entschieden.

HPH: Gab es jemanden, der dich unterstützt hat?

Nicole: Ja, eine Kollegin hier in der Wohnassistenz bei der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück hat mich sehr ermutigt. Sie hat etwas in mir gesehen, was ich selbst noch nicht erkannt hatte. Das hat mir geholfen, den Schritt zu gehen.

HPH: Was gefällt dir an deinem Beruf besonders?

Nicole: Mich begeistert, wie viel Potenzial in jedem Menschen steckt. Mit der richtigen Unterstützung können Menschen so viel erreichen. Es ist schön zu sehen, wenn jemand selbstständiger wird oder Fortschritte macht.

HPH: Kannst du ein Beispiel aus deinem Alltag geben?

Nicole: Ja, zum Beispiel begleite ich Louis. Sein Ziel ist es, selbstständig einkaufen zu gehen. Da er nicht lesen und schreiben kann, haben wir uns etwas überlegt: Er sammelt Bilder von den Dingen, die er kaufen möchte, diese hängen wir an seine Pinnwand. Vor dem Einkauf überträgt er sie in ein kleines Heft.

So hat er seine eigene Einkaufsliste und kann selbstständig einkaufen gehen.

HPH: Was ist dir bei der Arbeit mit Menschen wichtig?

Nicole: Mir ist wichtig, wirklich zuzuhören. Nicht zu entscheiden, was gut für jemanden ist, sondern zu fragen: „Was möchtest du?“ Und dann gemeinsam einen Weg zu finden.

HPH: Was würdest du anderen sagen, die überlegen, die Ausbildung zu machen?

Nicole: Ich würde es immer wieder machen. Auch wenn man schon etwas älter ist und vielleicht Angst davor hat, nochmal die Schulbank zu drücken, nochmal lernen - das geht! Das Gehirn verknüpft sich neu, man lernt zu lernen. Es macht Spaß, ich würde es immer wieder machen. Es ist absolut sinnstiftend, diesen Beruf zu lernen.

HPH: Danke dir, Nicole!

Nicole: Sehr gern.

Interview: Marie-Theres Himstedt

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