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Mehr Selbstbestimmung durch technischen Fortschritt

03.12.2015

Die 32-Jährige Senta strahlt, als sie auf den sprechenden Flachbildschirm schaut. „Sehen Sie? Jetzt hat sie umgeschaltet“, sagt Ralf Ostendorf, Mitarbeiter des Wohnheims Am Bokeler Bach in Bersenbrück. Senta Winkelmann lebt seit zwölf Jahren in der Wohngruppe. Die Bramscherin ist mehrfach beeinträchtigt und daher in ihrem Radius eingeschränkt. „Aber es gibt Möglichkeiten, dies etwas zu verbessern“, weiß Hildegard Südkamp. Seit einigen Jahren widmet sich die pädagogische Sprecherin der HpH der Unterstützenden Kommunikation für Menschen mit Behinderungen. Neue Kommunikationsgeräte wurden in verschiedenen HpH-Einrichtungen angeschafft, um für mehr Teilhabe zu sorgen. Das Kommunikationssystem das, gesteuert durch Blickkommandos, Botschaften übermittelt. Intensiv unterstützt von Anne Mehmann und den Therapeutinnen des HpH-Praxisverbundes Sprachtherapie trainiert Senta seit einigen Monaten am Computer. Jetzt zeichnen sich erste Erfolge ab: Speise-, Kleidungs-, Freizeitwünsche kann sie erstmals ihren Betreuern mitteilen. Ist sie allein in ihrem Zimmer, hat sie darüber hinaus nun sogar die Möglichkeit, das Fernsehprogramm auszuwählen. „Das ist ein Durchbruch, der ein Zeichen setzt“, sagt Karl-Heinz Schnebel, der dies von der Krankenkasse geförderte Modell als weiterführende Anregung für Stiftungsinvestitionen nutzen möchte. „Dank fortschreitender Technik im Bereich der Gelingenden Kommunikation werden wir auf diesem Gebiet für immer weitreichendere gesellschaftliche Teilhabe sorgen können“.

Das ist ganz im Sinne von Hildegard Südkamp: „Wir möchten für unsere Kinder, Jugendliche und Erwachsenen eine höhere Selbstwirksamkeit erreichen“, betont sie. Zu sehen, in welcher Weise Senta Winkelmann diese neue Technik zu nutzen weiß, spornt an. Vom Besuch bei Senta nahm Karl-Heinz Schnebel die Frage mit, welche weiterführenden Möglichkeiten die Stiftung hier nutzen kann, um die Teilhabe durch moderne Kommunikationsgeräte weiter zu verbessern. Hildegard Südkamp wird sich für weitere intensive Mitarbeiterschulungen im Bereich der Gelingenden Kommunikation starkmachen. Das wiederum freut Sentas Eltern, denn mit ihrer Tochter über neue Wege zu kommunizieren, macht viele Aspekte gemeinsamen Lebens einfacher.