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Vielfalt leben

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Selbstbestimmt bis zum Lebensende

Welche Möglichkeiten gibt es, damit ich bis zum Ende selbstbestimmt leben kann? Um Fragen wie diese geht es bei der GVP, einem vertraulichen und kostenlosen Angebot der HpH-Beratungsstelle. Sterben und Tod gehören zu den Themen, über die die meisten Menschen nur selten sprechen. Dennoch sollten wir alle uns schon früh Gedanken darüber machen, wie wir in der Zeit vor unserem Tod leben möchten. Nur gut informierte Menschen können sich auch dem Nachdenken über Grundfragen des Lebens hingeben und daraus Schlüsse für ihre Verfügungen ziehen. Die Beratungsstelle der HpH bietet seit 2019 eine Anlaufstelle für Werkstatt beschäftigte und Bewohner*innen der besonderen Wohnformen zu diesem Thema an: Die Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (GVP).

In den Beratungsgesprächen hören die beiden Mitarbeiter*innen der GVP, Silke Steinwender und Renate Nietfeld, den Klient*innen aufmerksam zu und nehmen sie in ihren individuellen Wünschen und ihrer Selbstbestimmung ernst. Außerdem informieren sie über gesetzliche Rahmenbedingungen und regen zum Nachdenken über wichtige Fragestellungen wie diese an: Welche (Arzt-) Behandlungen sind erwünscht? Soll mir das Pflegepersonal alle Medikamente geben? Will ich künstlich ernährt werden? Wie möchte ich gepflegt werden? Was ist für meine individuelle Versorgung wichtig? Wie stelle ich mir meine Beerdigung vor? 

Um bis zum Ende selbstbestimmt leben zu können, müssen die Wünsche dokumentiert und denjenigen mitgeteilt werden, die einen am Ende des Lebens begleiten. Deshalb unterstützt die GVP auf Wunsch bei der schriftlichen Willensäußerung, bei einer Patientenverfügung oder Vertreter*innenverfügung. Außerdem stellen die Mitarbeitenden Kontakt zu einem Hospizverein oder anderen Netzwerken her, wenn dies gewünscht wird. 

Je nach Wunsch finden die Gespräche in unterschiedlichen Räumlichkeiten und Zusammensetzungen statt. Die Einbeziehung der Familie, von Vertrauenspersonen, gesetzlichen Betreuenden, Ärzt*innen und anderen Personen ist möglich. Trauer, Trauerbegleitung und ähnlich gelagerte Themenfelder fließen ebenfalls in den Berateralltag ein. Die Beratungsgespräche sind absolut vertraulich und kostenlos (die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen).  

Manchmal werden erste Kontakte auch bei anderen Anlässen hergestellt, z.B. wenn sich um den Klienten verschiedene Berufsgruppe, die ihn versorgen, versammeln und sich regelmäßig austauschen. Dort die Idee gemeinsam reifen zu lassen, für Krise und Lebendende Gedanken zusammenzutragen, ist oft ein guter Einstieg. Der interdisziplinäre Austausch eröffnet auch Chancen in der Anpassung der Versorgung des Klienten (Was braucht er jetzt? Was kann von wem eingebracht und begleitet werden?)

Manchmal ist es vorrangig, Sorgen von Eltern in den Blick zu nehmen und auch dazu ins Gespräch zu gehen (Wie und wo kann ich für mein Kind vorsorgen und was macht das mit mir?). 

Neben der Beratung für Werkstattbeschäftigte und Bewohner*innen bietet die GVP auch Bildungsangebote für HpH-Beschäftigte. Für Mitarbeitende veranstaltet sie außerdem Fortbildungen nach dem Konzept der „Letzten-Hilfe-Kurse“. Diese Kurse geben den Teilnehmenden Grundwissen zur Sterbebegleitung an die Hand und vermitteln, was sie für Menschen am Ende des Lebens tun können. Denn Zuwendung ist das, was wir alle am Ende am meisten brauchen. 

So ungerne wir auch über Sterben und Tod sprechen: Die GVP hat einen großen Vorteil: Sie bringt Klarheit. Für die Beratung Suchenden selbst und für ihre Angehörigen. Genau aus diesem Grund verfolgt die HpH auch zukünftig die Lebensende-Themen mit Würde und persönlichem Einsatz für die Menschen, die wir begleiten.

Hörtipp: 

Im Podcast "Vom Ende her gedacht" erzählen Edeltraud, eine Bewohnerin aus dem Haus Quadenort, und Mitarbeiterin Mia, offen und persönlich davon, welche Bedeutung Tod und Trauer in ihrem Alltag haben, wie sie mit Abschied und Verlust umgehen und welche Möglichkeiten es bei der HpH gibt, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und Unterstützung zu bekommen.

 

Kontakt

Silke Steinwender

Gesundheitliche Versorgungsplanung (GVP) für die letzte Lebensphase

Telefon 05439 60298-92

Mobil: 0160 2492945

GVP@hph-bsb.de
 

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