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Ein FSJ für mehr Klarheit: „Ich wusste: Hier möchte ich arbeiten“

Veron Candres Namuagga hat über das Bistum Osnabrück ein FSJ bei der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück gemacht

Sechs Monate sind schnell vorbei: Im Wintergarten des neuen Standorts Außenstelle Münsterstraße Bramsche der HpH Bersenbrück tauscht sich Veron mit Tobias Jäger, Leitung Tagestätte Brückenort, über ihre Zeit bei der HpH aus: „Ich bin sehr froh, dass ich diesen Platz bekommen habe“, sagt sie. „Jetzt weiß ich ganz sicher: Arbeiten mit Menschen mit Beeinträchtigung - das ist mein Weg.“

Geholfen bei ihrer Entscheidung hat ihr auch der Bundesfreiwilligendienst an der Johannesschule zuvor. Das FSJ im Anschluss nutzte sie als bewusste Überbrückung – mit einem klaren Ziel vor Augen.

„Ich brauchte Zeit, um einen Ausbildungsplatz zu finden, und wollte weiter praktische Erfahrungen sammeln“, erzählt Veron. „Nach dem Hospitationstag wusste ich: Hier passt es für mich.“

Die Einrichtungen an den Standorten Brückenstraße und Münsterstraße mit insgesamt 30 Plätzen bieten Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen eine Tagesstruktur, über gemeinsame Mahlzeiten bis Sportangebote und kreativen Projekten. „Ich habe viel in der Küche gearbeitet, zusammen mit den Teilnehmenden gekocht. Da kommt man gut ins Gespräch“, sagt die 23-Jährige. „Ich habe gelernt, wie man Essens- und Kochpläne macht und was gesunde Ernährung eigentlich bedeutet.“ Auch Büroaufgaben gehörten dazu: „Scannen, Ordnung machen, Kasse führen – alles, was so anfällt.“

Veron stammt aus Uganda und kam zunächst als Au-pair nach Deutschland. „Ich hatte nur A1-Deutschkenntnisse“, sagt sie. „Aber ich habe schnell gemerkt, dass mir das Leben und das System hier gefallen.“ Schon früh stand für sie fest, dass sie mit Menschen arbeiten möchte. „Eigentlich wollte ich Lehrerin werden, Grundschullehrerin“, erzählt sie. „Aber bei uns zu Hause sind Lehrer nicht so anerkannt. Meine Eltern waren da nicht so für. Also habe ich gesagt: Dann gehe ich woanders hin und schaue, was möglich ist.“

Besonders wichtig war für sie die persönliche Entwicklung. „Meine Sprache hat sich total verbessert“, sagt Veron. „Und ich habe gelernt, wie man mit Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen umgeht – auch in Konfliktsituationen.“ Oft kamen Teilnehmende mit ihren Anliegen zu ihr. „Manchmal sagen sie nicht direkt den Mitarbeitenden, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Dann kommen sie zu mir – und ich gebe das weiter.“

Rückblickend sagt Veron: „Ich hätte früher nie gedacht, dass ich eine Gruppe anleiten kann. Jetzt kann ich das.“

Ihr nächster Schritt steht fest: Ab August beginnt sie die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in Quakenbrück

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Hier gibts alle Infos zum Thema FSJ/BFD/Praktikum bei der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück.

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