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„Es ist nie zu spät, einen neuen Weg zu gehen“

Sonja Meyers Weg in die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin

Manchmal führen Umwege genau dorthin, wo man eigentlich hingehört.
So war es auch bei Sonja Meyer, die heute Teil unseres Teams der ambulanten Wohnassistenz bei der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück (HpH) ist – und kurz vor ihrem Abschluss als staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin steht.

Ein Neuanfang nach vielen Jahren in der Gastronomie

Viele Jahre war Sonja Meyer in der Gastronomie tätig. Ein Beruf, der viel Einsatz fordert – körperlich wie mental. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie diesen Weg jedoch verlassen. Für Sonja stand fest: Aufgeben ist keine Option.
Sie entschied sich für einen Quereinstieg in den sozialen Bereich und begann zunächst als Präsenzkraft in der Betreuung, unter anderem in einer Demenzabteilung. Dort sammelte sie erste pflegerische Erfahrungen – und merkte schnell, wie erfüllend die Arbeit mit Menschen für sie ist.

Ankommen bei der HpH

Über persönliche Kontakte wurde Sonja schließlich auf die HpH aufmerksam gemacht. „Das könnte zu dir passen“, hieß es.
Sie schaute sich die Arbeit an, lief mehrere Tage mit – und spürte sofort: Hier bin ich richtig.

Nach ihrer Bewerbung startete sie bei der HpH zunächst in hauswirtschaftlichen Tätigkeiten und entwickelte sich weiter zur kompensatorischen Assistenz in der Wohnassistenz. Hier unterstützte sie Menschen mit Assistenzbedarf im Alltag, bei der Haushaltsführung und in der Freizeitgestaltung.

Der Wunsch nach mehr Verantwortung

Mit der Zeit wuchs der Wunsch, mehr Verantwortung zu übernehmen und Menschen noch umfassender begleiten zu können.

„Ich wollte nicht nur unterstützen, sondern aktiv an Zielen mitarbeiten, Teilhabe ermöglichen und Dinge eigenständig klären dürfen – zum Beispiel bei Arztterminen, im Austausch mit gesetzlichen Betreuern oder bei der Organisation von Unterstützungsleistungen.“

Schnell wurde klar: Dafür braucht es die Qualifikation als Fachkraft.

Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin – berufsbegleitend und machbar

Gemeinsam mit der HpH suchte Sonja nach einer Lösung, die fachlich und finanziell realistisch ist. Die Entscheidung fiel auf eine berufsbegleitende Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin am Paritätischen Bildungswerk in Bremen.

Dank des Qualifizierungschancengesetzes ist die Umschulung zum HEP möglich. Friederike Heidt, Referentin Personalentwicklung bei der HpH setzte sich dazu intensiv mit Sonja Meyer zuammen. In enger Zusammenarbeit zwischen HpH, Agentur für Arbeit Standort Bersenbrück und Schule konnte Sonja ihre Ausbildung starten – ohne finanzielle Einbußen. Sie arbeitet weiterhin bei der HpH und besucht parallel an mehreren Tagen pro Woche die Schule. Begleitet wird sie dabei von ihrem Kollegen und Praxisanleiter Matthias Weihrauch, sowie Andrea Schmidt, Teamleitung Wohnassistenz Bersenbrück.

„Ich habe unglaublich viel Unterstützung erfahren – von meiner Einrichtung, von der Verwaltung und auch von der Arbeitsagentur. Alle haben an einem Strang gezogen“, sagt Sonja.

Lernen, wachsen, Verantwortung übernehmen

Heute steht Sonja kurz vor dem Abschluss. Mit 53 Jahren zeigt sie eindrucksvoll: Es ist nie zu spät, sich beruflich neu zu erfinden.
In ihrer Ausbildung setzt sie sich intensiv mit Teilhabe, Partizipation und Selbstbestimmung auseinander – unter anderem in einem Praxisprojekt im Rahmen der interkulturellen Woche, das bis heute nachhaltig wirkt und neue soziale Kontakte für Klient*innen ermöglicht hat.

Der Blick nach vorn

Im Sommer schließt Sonja ihre Ausbildung ab und bleibt der HpH als Fachkraft in der ambulanten Wohnassistenz erhalten.

„Ich freue mich darauf, endlich so arbeiten zu dürfen, wie ich mir das immer vorgestellt habe – fachlich fundiert, eigenverantwortlich und nah an den Menschen.“

Sonjas Botschaft

Es gibt immer einen Weg.
Manchmal braucht es Mut, Unterstützung und Menschen, die an einen glauben – dann ist mehr möglich, als man denkt.

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