Ideengeber, Motor und Gesicht der HpH - Karl-Heinz Schnebel tritt als Vereinsvorsitzender der HpH zurück
Als der gebürtige Mecklenburger 1987 für seinen neuen Job als Direktor der Kreissparkasse nach Bersenbrück kam, suchte er ganz bewusst nach einer Möglichkeit, sich in der neuen Heimat ehrenamtlich zu engagieren. Im Verein für Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück fand er nicht nur ein Betätigungsfeld, sondern einen weiteren Lebensmittelpunkt – und blieb diesem über mehr als drei Jahrzehnte hinweg treu.
Seine Expertise als Netzwerker, Finanzexperte und überzeugender Redner – er spricht stets frei – brachte er von Beginn an in seine ehrenamtliche Arbeit ein. Seit 1990 gehörte Schnebel dem Vorstand des HpH-Vereins an – in verschiedenen Funktionen, mit gleichbleibendem, außergewöhnlichem Engagement. Damit hat er die Entwicklung des Vereins über mehr als 30 Jahre lang maßgeblich geprägt.
Unter seiner Begleitung entwickelte sich der Verein von einer kleinen regionalen Initiative hin zu einem modernen, leistungsfähigen und verlässlichen Träger, der heute zahlreiche Menschen mit Beeinträchtigung und ihre Familien in den unterschiedlichsten Lebenslagen unterstützt. Der Ausbau wohnortnaher Assistenz-, Therapie- und Wohnangebote, innovative Projekte zur Förderung von Inklusion in Arbeit, Bildung und Freizeit sowie die kontinuierliche Stärkung des Ehrenamts sind nur einige der Meilensteine, die untrennbar mit seinem Namen verbunden sind.
Mit seiner wirtschaftlichen Kompetenz und Erfahrung als Sparkassendirektor unterstützte Karl-Heinz Schnebel die Geschäftsführung aktiv dabei, die HpH-Unternehmensgruppe auf ein solides finanzielles Fundament zu stellen. Unter dieser Führung wuchs der Konzern zu einem modernen Sozialunternehmen heran und zählt heute zu den größten Arbeitsgebern der Region.
Weitblick bewies Karl-Heinz Schnebel auch im Hinblick auf gesellschaftliche Entwicklungen: Früh erkannte er etwa den steigenden Bedarf an Unterstützungsangeboten für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und setzte entsprechende Strukturen in Gang.
Ein weiterer bedeutender Schritt war die Gründung der HpH-Stiftung im Jahr 2011. Sie unterstützt bis heute nachhaltig wichtige Projekte der HpH und trägt maßgeblich zu dessen Zukunftsfähigkeit und Unabhängigkeit bei.
Gerade in schwierigen Zeiten wie zu Corona zeigten sich seine Qualitäten: Ruhe bewahren, nach vorne denken, positiv gestimmt bleiben. Karl-Heinz Schnebel war dabei stets weit mehr als „nur“ ein Vorsitzender. Er war Ideengeber, Motor und Gesicht des Vereins. Mit Menschlichkeit, diplomatischem Geschick und großer Überzeugungskraft stärkte er in Politik, Verwaltung und Gesellschaft das Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Beeinträchtigung. Auch privat investierte Karl-Heinz Schnebel unzählige Stunden, pflegte Kontakte, motivierte andere zum Mitmachen und wurde so zum Vorbild für ehrenamtliches Engagement.
Mit 78 Jahren legte er bei der Mitgliederversammlung der HpH am 24. November 2025 sein Amt als Vorstandsvorsitzender des Vereins nieder. Für sein herausragendes Engagement bekam er die Ehrennadel der HpH verliehen.
Sichtlich berührt blickte Karl-Heinz Schnebel auf die vergangenen Jahrzehnte bei der HpH zurück: „Ich konnte mir eigentlich nichts Schöneres als diese ehrenamtliche Arbeit vorstellen. Sie ist wirklich zu einem ganz wichtigen Lebensinhalt für mich geworden. Das Schönste waren die Begegnungen mit den Menschen mit Beeinträchtigung, die mich so offen und herzlich empfangen haben, wenn ich über die Flure der HpH ging - ab und zu sogar mit einer Umarmung.“
Zurück bleibt ein beeindruckendes Lebenswerk, das die Lebensqualität vieler Menschen nachhaltig verbessert und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gestärkt hat.
Text: Elisabeth Schomaker.
