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Therapie bei Erwachsenen mit hochfunktionalem Autismus und komorbiden Störungen

Fortbildung des Autismus-Therapie-Zentrums Bersenbrück & Diepholz

„Autismus im Erwachsenenalter – besondere Herausforderungen“: Zu diesem Schwerpunkt nahmen die Teams des Autismus-Therapie-Zentrums (ATZ) der HpH und der HHO gemeinsam an einer ganztägigen Fortbildung in der „Kommende Lage“ in Rieste teil.

Unter der Leitung von Barbara Rittmann, Dipl.-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin und zertifizierte Autismustherapeutin, stand die therapeutische Arbeit mit erwachsenen Menschen mit hochfunktionalem Autismus und komorbiden Störungen im Mittelpunkt.

Schwerpunkte der Fortbildung

Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) bringen oft andere Bedürfnisse mit als Kinder oder Jugendliche. Viele Betroffene wurden erst spät diagnostiziert oder suchten erst im Erwachsenenalter therapeutische Unterstützung. Häufig haben sie im Laufe der Jahre komplexe Strategien entwickelt, um ihren Alltag zu bewältigen – Strategien, die viel Energie kosten und die psychische Belastung erhöhen können.

Dies führt nicht selten zu komorbiden Störungen wie:

  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Zwangsstörungen

Diese zusätzlichen psychischen Belastungen verstärken alltägliche Herausforderungen – sei es im Berufsleben, in Beziehungen oder im Umgang mit sozialen Situationen.

Therapeutische Besonderheiten und Interventionen

Im Seminar wurden sowohl theoretische Grundlagen als auch viele praktische Handlungsmöglichkeiten vorgestellt. Dazu gehörten unter anderem:

  • der Zusammenhang zwischen hochfunktionalem Autismus und komorbiden Erkrankungen
  • Besonderheiten der Therapie bei Erwachsenen, z. B. in der Zielbestimmung oder der Gestaltung der therapeutischen Beziehung
  • geeignete Interventionen, darunter Psychoedukation, Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie und Impact-Techniken

Wichtige aktuelle Hinweise

Wichtig in dem Zusammenhang ist das Transportieren korrekter fachlicher Begrifflichkeiten nach außen:

  • Heute spricht man ausschließlich von der Autismus-Spektrum-Störung (ASS).
  • Der Begriff Asperger-Syndrom wird fachlich nicht mehr verwendet.
  • Stattdessen genutzt wird die Bezeichnung hochfunktionaler Autismus.
  • Der Begriff neurodivergent beschreibt nicht komorbide Störungen, sondern die Tatsache, dass ein Gehirn anders arbeitet als das neurotypischer Menschen – weder besser noch schlechter, sondern schlicht anders.

Ein wertvoller Austausch der ATZ-Teams

Die gemeinsame Fortbildung bot nicht nur neue Impulse für die therapeutische Arbeit, sondern förderte auch die Vernetzung und den fachlichen Austausch zwischen den beiden ATZ-Teams. Theorie und Praxis wurden anschaulich miteinander verknüpft und gaben den Teilnehmenden wertvolle Werkzeuge für die tägliche Arbeit an die Hand.

Du bist Therapeutin mit dem Schwerpunkt Autismus? Unser Team ATZ freut sich über deine Ideen! Bring dich ein und bewerbe dich, Voll- oder Teilzeit möglich.

www.hph-bsb.de/jobs

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